Die körperliche Stressreaktion – Was passiert im Körper bei Stress?

Hallo Liebes,

heute wird es einmal neuro-biologisch.

Eigentlich ist Biologie schon in der Schule nicht so meins gewesen. Diese ganzen Begrifflichkeiten wie vegetatives Nervensystem, Namen verschiedener Hormone oder die Zellteilung, ergaben für mich wenig Sinn. Ich konnte mir darunter einfach nicht viel vorstellen.

Und trotzdem versuche ich mich heute daran, Dir die körperliche Stressreaktion aufzuzeigen. Hierbei spielt ein Organ eine besonders wichtige Rolle – das Gehirn. Denn dort fängt der Stress erst an.

Wie Du vielleicht weißt, schreibe ich gerade über Stress in meiner Masterarbeit. Aus diesem Grund habe mich auch mit der körperlichen Stressreaktion auseinander. Das war wirklich nicht leicht für mich, aber ich habe es geschafft. Ich habe mehr über mich und meinen Körper gelernt.

Irgendwie habe ich dadurch einen anderen Blick für mich und meinen Körper entwickelt. Ich habe das Gefühl, ihn mehr zu verstehen. Und genau deshalb hoffe ich, dass auch Dir diese Informationen helfen.

Ich werde diese Woche auch noch ein Bild zum besseren Verständnis dazu hochladen, aber leider konnte ich das aus technischen Gründen noch nicht machen.

Stress passiert im Gehirn

Im Gehirn werden alle Informationen verarbeitet und so auch potentielle Stressoren. Genauer gesagt werden diese im Hirnstamm, im limbischen System und im Neokortex (Hirnrinde) verarbeitet.

Der Hirnstamm ist für die Motorik zuständig. Dort wird entschieden, welche Stressreaktion ausgelöst wird. Er verbindet das Gehirn mit dem Rückenmark, am sogenannten ‚Locus coeruleus‘ (‚blauer Kern‘). In diesem Gehirnarenal wird am meisten Noradrenalin produziert. Noradrenalin ist einer der wichtigsten Neurotransmitter bei Stress

Das limbische System ist für die Verarbeitung der sensorischen Informationen zuständig. Diese werden im Thalamus gesammelt und ein ungenaues Bild der Situation entsteht. Zur genaueren Verarbeitung werden diese Informationen zur Hirnrinde weitergeleitet.

Die Hirnrinde ist für die bewusste Wahrnehmung und alle kognitiven Prozesse verantwortlich. Wird eine Gefahr wahrgenommen, werden die Informationen in tiefer gelegene Hirnregionen des limbischen Systems weitergegeben.

In diesen tieferen Hirnregionen befindet sich die Amygdala. In der Amygdala sind Emotionen gespeichert, die wir früher schon einmal erlebt haben. Werden die sensorischen Informationen vom Thalamus direkt zur Amygdala weitergeleitet, werden bestimmte Emotionen ausgelöst.

Kurzfristiger Stress – Die Kurzschlussreaktion

Wird die Situation nun als Bedrohung eingeschätzt, kann eine reflexartige Kurzschlussreaktion ausgelöst werden. Kurzfristiger Stress kann ungeahnte Kräfte in uns freisetzen und befähigt uns zu Höchstleistungen. Wir können Belastungen besser aushalten.

Die Nervenzellen des blauen Kerns produzieren im weiteren Verlauf den Neurotransmitter Noradrenalin. Es wird gesagt, dass Noradrenalin bereits vorhandene neuronale Strukturen stabilisieren. Das bedeutet, dass erfolgreiche Bewältigungsstrategien im Gehirn gespeichert werden. Diese können wir in späteren ähnlichen Situationen schneller abrufen.

Dadurch wird der Sympathikus aktiviert. Das ist ein Nervenstrang des vegetativen Nervensystems, der an der Wirbelsäule entlang verläuft. Er regt alle Organe und Gefäße an.

Schließlich stimuliert der Sympathikus das Nebennierenmark und setzt vermehrt das Hormon Adrenalin frei. Durch Adrenalin wird unser Herz, Gehirn und unsere Muskulatur besser durchblutet. Unser Herzschlag geht schneller und der Blutdruck und Blutzuckerspiegel steigen an.

Und gleich darauf endet die Stressreaktion auch schon wieder – unbewusst und reflexartig. Die Situation wird als unbedrohlich eingestuft, das Noradrenalin klingt ab und der Körper kommt zur Ruhe.

Langfristiger Stress

Erweist sich die Situation schwieriger, wird Noradrenalin weiter freigesetzt und breitet sich in den tieferen Hirnregionen aus. Diese Stressreaktion verläuft langsamer, weil das nötige Hormon Kortisol über die Nebennierenrinde in unser Blut freigesetzt wird.

Kortisol ermöglicht eine bessere Anpassung an die Stresssituation, indem unter anderem der Blutzucker erhöht und Energie geliefert wird.

Diese Anpassung ist aber nicht in jedem Fall gut für uns. Kortisol hemmt oder stört die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Dadurch können wir gespeicherte Bewältigungsstrategien im Gehirn nicht abrufen. Das bedeutet, dass wir manchmal Probleme haben, schnell auf eine Situation zu reagieren.

Gleichzeitig können wir dadurch neue Erfahrungen machen und neue Verhaltensweisen entwickeln. Also kommt es immer darauf an, wie wir die Situation betrachten und ob wir ihr nicht doch etwas Positives abgewinnen können. 🙂

Werden diese Stresshormone jedoch öfter oder dauerhaft ausgelöst, kann dies zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Wie sich Stress auf unsere Gesundheit auswirkt, erfährst Du in meinem nächsten Artikel.

So das war aber erst einmal genug Input.

Falls Du bis zum Ende gelesen hast, hoffe ich, dass Dir mein Beitrag gefallen hat. Und falls Du irgendwas gelesen hast, das totaler Blödsinn ist, dann tut mir das leid, die Neurobiologie ist wirklich nicht mein Fachgebiet. Also schreib mir gerne in den Kommentaren, ich lerne gerne dazu 😀


In Liebe,

Deine Silvia

Ps.: Du findest mich auch auf Instagram.


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